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Potsdam, 28. April 2026
RZ Mieter:innen akzeptieren 7 Jahre Verlängerung – aber nicht die Abriss-Festschreibung

Die Vollversammlung der Mieter:innen des Rechenzentrums kam am Dienstag, 28.4.2026 zusammen und diskutierte den städtischen Vorschlag zur Weiternutzung des Rechenzentrums.

Das Statement der RZ-Nutzenden:
Die Nutzer:innen begrüßen die Perspektive auf eine 7-jährige Weiternutzung, lehnen aber eine Festlegung und rechtsverbindliche Fixierung eines Abrisses eindeutig ab.

Eine über die Rechtslage der Stiftung Garnisonkirche hinausgehende Festlegung ist aus Sicht der Mieter:innen nicht nötig, da die Garnisonkirche nach jetzigem Stand ohnehin Baufreiheit verlangen kann, wenn sie in der Lage ist, ein Kirchenschiff zu bauen.

Die Mieter:innenschaft weist darauf hin, dass eine kurze Laufzeit von 7 Jahren die geplante schrittweise nötige bauliche Ertüchtigung und Modernisierung (aus Mieten finanziert) des städtischen Baus und die Restaurierung des denkmalgeschützten Mosaiks (durch die Wüstenrot-Stiftung finanziert) verhindern würde. Im Nutzungskonzept für den zukünftigen Betrieb hatte das Rechenzentrum, das ohne Förderung des Betriebs seit über zehn Jahren aus den Mieteinnahmen finanziert läuft, dargestellt, dass eine sukzessive Ertüchtigung des Baus aus den Mieten und im laufenden Betrieb möglich ist. 

Die Mieter:innen fühlen sich durch den engen Zeitplan, der vermittelt, dass es eine Weiternutzung ab dem 1.8.2026 nur gibt, indem man jetzt einem späteren Abriss zustimmt, erpresst.

Das soziokreative Zentrum mit über 300 Mieterinnen und Mietern und jährlich rund 75.000 Nutzer:innen und Besucher:innen wird gebraucht, und zwar genau an diesem besonderen Ort des Nebeneinanders von Zeitschichten und deutscher Geschichte.  

Darüber hinaus ist ein Abriss klimapolitisch jetzt und in Zukunft nicht zu verantworten. Auch erinnerungspolitisch braucht es das Rechenzentrum in einer Stadt, in der bereits zahllose Solitärbauten aus DDR-Zeit gegen Widerspruch der Stadtgesellschaft abgerissen worden sind.

Das RZ-Nutzungskonzept und alle Aktivitäten der letzten Jahre verfolgen den langfristigen Erhalt und Weiterentwicklung des Rechenzentrums – die Mieter:innen können dennoch eine Verlängerung um sieben Jahre akzeptieren – jedoch nur ohne die Festschreibung eines Abrisses.