Der ehemalige Verwaltungsbau eines Datenverarbeitungszentrums wird seit 2015 als soziokreatives Zentrum genutzt. Zuvor hatten sich Potsdamer Musiker:innen, Künstler:innen und
Kreative als »Initiative Alte Brauerei« und später »Kulturlobby Potsdam« zusammengetan, um gegen den Wegfall von Ateliers und Proberäumen in dieser Stadt zu protestieren. Die Stadt gab daraufhin das damals leere Rechenzentrum für eine temporäre Umnutzung frei.

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Ein Blick in ein Atelier: Auf einem Holzfußboden stehen verschiedene Gemälde, an den Wänden sind ebenfalls Gemälde mit Portraitdarstellungen.
© Ilan Hunke / Blick in ihren #RaumimRechenzentrum

DAS RECHENZENTRUM: WAS IST DAS eigentlich für ein Haus?

Seit dem Nutzungsbeginn sind die über 220 Räume zu bezahlbaren Preisen voll vermietet und die rund 5.000 m² Nutzfläche intensiv genutzt: Hier arbeiten und experimentieren über 300 Mieter:innen, darunter Einzelpersonen, Vereine, Kollektive, Start-Ups und gemeinnützige Organisationen in Bereichen wie Kunst, Design, Musik, Medien, Inklusion oder Integration. Sie gestalten (zum Teil ehrenamtlich) Veranstaltungen und aktiv die Weiterentwicklung des Hauses. Hinzu kommen wöchentlich hunderte weitere Nutzer:innen von Kursen, Workshops und Fairteiler sowie zahlreiche Besucher:innen der Veranstaltungen und Ausstellungen.

Ein Foto der Fassade des Rechenzentrums. Die Buchstaben in den Fenstern sagen:
© Kristina Tschesch 2023 / Fassadenstreichaktion

Der Betrieb und das Kulturmanagement werden dabei aus den Mieten finanziert. Die Stiftung SPI betreibt das Haus im Auftrag der Stadt und entwickelt es mit den Nutzenden immer weiter. Daneben begleitet der FÜR e.V. (»Freundliche Übernahme Rechenzentrum«) das Projekt als Förderverein, in dem sowohl Nutzende des Hauses als auch RZ-Fans aus ganz Deutschland Mitglied sind.

Viele engagierte Menschen aus dem RZ, der Potsdamer Stadtgesellschaft und -politik sowie überregionale Unterstützer:innen setzen sich seit Jahren dafür ein, dass der ehemalige Verwaltungsbau mit seiner lebendigen und bezahlbaren Nutzung erhalten bleibt und nicht wie schon viele andere Bauten aus DDR-Zeiten aus dem Stadtbild getilgt wird.
Ein Foto einer Menschenmenge in der Fußgängerzone. Viele Personen halten Gitarren und andere Instrumente hoch.
© Kristina Tschesch 2014 / Protest für Freiräume

Es geht ihnen auch um den Erhalt des besonders eindrucksvollen architektonischen und symbolischen Nebeneinanders von Rechenzentrum als Original der Nachkriegsmoderne und rekonstruiertem Turm der barocken Garnisonkirche.

Hier wird deutsche Geschichte in ihrer ganzen Vielschichtigkeit sichtbar – im Kontrast, im Dialog,
im Spannungsfeld.

[Rückblick in die 2010er / zur Kulturlobby-Website ]

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