Ein Schwarz-Weiß-Foto eines 3D-Modells des kompletten Datenverarbeitungszentrums sowie des Unger-Portals, auf einem Stadtgrundriss aufgebaut
© LHP/FB Stadtplanung, Vera Futterlieb / Modell des Datenverarbeitungszentrums mit Portal des Langen Stalls (rechts)

COMPUTER, KREATIVE und Begegnungen

Dies ist das Rechenzentrum, das früher zu einem dreiteiligen Gebäudekomplex aus Verwaltungsbau, Rechnerhalle und Kantine gehörte. 1969 bis 1971 erbaute das Architektenkollektiv um Sepp Weber das Datenverarbeitungszentrum für den VEB Maschinelles Rechnen – teilweise auf dem Gelände der im Krieg beschädigten und 1968 gesprengten Garnisonkirche sowie des ausgebrannten Langen Stalls.

Die ehemalige Gemeinde der Garnisonkirche, welche sich 1949 bewusst in Heilig-Kreuz-Gemeinde umbenannt hatte, wurde entschädigt und zog in Räumlichkeiten in der nahe gelegenen Kiezstraße.

Ein farbenfrohes Foto von einer Gruppe Menschen, die vor dem Eingang des Rechenzentrums posieren. Einige sitzen oder stehen auf dem Dach des Eingangsgebäudes. Manche Menschen haben Utensilien dabei, die auf ihren Beruf oder ihr Hobby hindeuten.
© Michael Lüder 2017 / Das alljährliche Gruppenfoto der RZettis

1991 wurde das Datenverarbeitungszentrum Teil des Brandenburger Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik. 2010 wurde das Kantinengebäude des Rechenzentrums abgerissen, obwohl es noch intakt war und zuletzt als Fahrradgeschäft genutzt wurde. Dies geschah bereits in Vorbereitung für den Bau des neuen Garnisonkirchturms.

Die Rechnerhalle, welche bis 2018 noch durch die IT-Verwaltung des Landes Brandenburg genutzt wurde, wurde 2019 abgerissen. Der noch stehende Verwaltungsbau wird seit 2015 als soziokreatives Zentrum »Rechenzentrum« umgenutzt und ist für über 300 Nutzer:innen aus Kunst, Soziokultur, Kreativwirtschaft und Integration wichtige Wirkungs- und Begegnungsstätte.
Ein historisches Foto des Rechenzentrums, bei dem im Vordergrund eine mehrspurige Straße und eine Ampel zu sehen sind. Vor dem Gebäude sind zwei Autos und Lampen im Stil der späten DDR. Das Rechenzentrum hat eine dunklere Fassade als heute, zudem sind noch die Lisenen an der Außenhaut befestigt. Vor den Studentenwohnheimen ist das Kantinengebäude, auch Sozialtrakt genannt, zu sehen.
© Potsdam Museum 1989 / Foto: Martin Seidel

2017 bis 2024 wurde in nur zwei Metern Entfernung der Barockturm der Garnisonkirche rekonstruiert. So ist hier ein Nebeneinander entstanden, das irritierend und eindrücklich von Geschichte, Architekturen und Regierungssystemen erzählt.

[mehr zum Garnisonkirchturm]

Download als PDF